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Betritt man die Pfarrkirche Walleshausen durch das sog. Vorzeichen, so sind rechter Hand zwei Epitaphe eingemauert, das eine ist das Grabdenkmal der Eltern des Wiguleus Hundt, das bis nach dem Zweiten Weltkrieg im Inneren der Kirche in der Wand beim rechten Seitenaltar eingelassen war, in deren Nähe sich auch heute noch die Grablege Hundt befindet.
Wiguleus Hundt wurde am 22. Juli 1514 als fünfter Sohn des Wiguleus Hundt von Lauterbach und dessen zweiter Gattin Anna, der Tocher Wolfgang Glockners, eines Beamten von Herzog Wolfgang zu landshut, auf Schloß Kaltenberg bei Walleshausen geboren. Das Geschlecht der Hundt stammt aus dem salburgischen Pinzgau und ist seit Anfang des 15. Jahrhunderts auf Schloß Lauterbach bei Dachau ansässig. Schloß und Hofmark Kaltenberg kam durch Heirat des Wiguleus Hundt, Sohn des Hans Hundt zu Lauterbach, 1469 in den Besitz der Hundt, die beides bis 1612 innehatten.
Von seinem zehnten Lebensjahr an (seit 1524) studierte der junge Wiguleus Hundt die Grammatik zu Augsburg und zog dann, 16 Jahre alt, 1530 zum Studium an die Universität Ingolstadt. Er hörte dort vor allem juristische Vorlesungen, aber auch solche in anderen Fächern. 1535 begab sich Wiguleus Hundt zum Studium an die berühmteste Hochschule der damaligen Zeit, Bolonga.
Nach einem halbjährigen Aufenthalt zwang ihn ein Fieber zur Rückkehr in die Heimat. Hier erwarb er sich 1537 zu Ingolstadt den Doktorgrad des kaiserlichen Rechts. Mit 23 Jahren war er schon Professor, 1539 hatte man ihn zum Rektor gewählt. Im gleichen Jahr wurde er aber noch von Herzog Wilhelm IV. als Hofrat nach München berufen. In der Folgezeit diente Wiguleus Hundt als hoher Beamter unter den drei wittelsbachischen Herzögen Wilhelm IV., Albrecht V. und Wilhelm V.. 1548 wurde Dr. Hundt zum Assessor am Rechskammergericht zu Speyer ernannt, wo er vier Jahre tätig war. 1552 sitzt er wieder im Hofrat Herzog Albrechts V. in München . Seine Tätigkeit bestand vor allem in diplomatischen Missionen und Aufträgen. 1576 ernannte ihn der Herzog zum Präsidenten des Hofrats, der die älteste oberste Gerichts- und Polizeibehörde des Landes bildete. Später wurde er wahrscheinlich noch in den Geheimen Rat berufen. Für seine Verdienste wurde ihm 1579 der Grafentitel verliehen. Aus Altersgründen trat Wiguleus Hundt 1582 als Hofratspräsident zurück. Er starb am 18. Februar 1588 in München, in seinem 75. Lebensjahr. Dort wurde er in der alten Franziskanerkirche beerdigt, die an der Stelle des heuten Nationaltheaters stand.
Dr. Wiguleus Hundt ist nicht nur als hervorragender bayerischer Staatsmann sondern auch als Geschichtsschreiber berühmt. Er gilt als der wohl bedeutendste bayerische Historiograph nach Aventin. Seine Hauptwerke sind eine bayerische Kirchengeschichte (Metropolis Salisburgensis) und das „Bairisch Stammbuch“ eine Genealogie altbayerischer Adelsfamilien.

Wiguleus Hund: Bayrisch Stammen-Buch, Titelblatt eines Drucks von 1598 (Bildquelle: Wikipedia)
Die Verbindung von Wiguleus Hundt zum oberen Paartal ist durch seinen Geburtsort Schloß Kaltenberg gegeben, das bis 1940 in die Pfarrei Walleshausen gehörte. In der Pfarrkirche zu Walleshausen sind seine Eltern begraben, wie es das heute noch sichtbare Epitaph im Vorzeichen ausweist. Es ist sicher, dass der junge Wiguleus seine Kinderjahre auf Schloß Kaltenberg verbracht und die Gottesdienste in der Pfarrkirche zu Walleshausen besucht hat. Dass Dr. Wiguleus Hundt auch auf der Höhe seines Ansehens noch in Verbindung zur Pfarrkirche seiner Kindheit stand, beweist die Tatsache, dass er 1553 eine WETTERGLOCKE an die Pfarrkirche zu Walleshausen stiftete, die heute noch im Turm hängt.
Die an diese Glocke sich rankenden Sagen haben noch eine dunkle Erinnerung an den „großen Hundt“ zu Walleshausen bewahrt. Auch die Magdalenenverehrung in Walleshausen kann vielleicht auf eine Initative der Hundt´schen Schlossherren zu Kaltenberg zurückgeführt werden.
Weiterführende Informationen:
Wikipedia Eintrag Wiguleus Hundt
Freie Universität Berlin, Selbstzeugniss Wiguleus Hundt
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