Lourdesgrotte
Geschrieben von: Alexandra Stoeckl   

Östlich der Bahnlinie, an der Straße nach Petzenhofen, befindet sich kurz nach dem Ortsausgang auf der linken Seite die Lourdesgrotte. Mündlichen Überlieferungen zufolge soll diese herrliche Mariengrotte als Nachbildung der Erscheinungsstätte in Lourdes von italienischen Gastarbeitern um das Jahr 1906 errichtet worden sein. Diese italienischen Fremdarbeiter waren damals zum Bau der neuen Bahnlinie Augsburg-Ammersee-Weilheim im Einsatz.


Der Standort und das Gelände um die Grotte waren aller Vermutung nach eine Kiesausbeutestelle für eben diese Bahnverbindung von Nord nach Süd. Der Grundstücksbereich wurde von Johann Welz (1867-1935) bereitgestellt, das Betonfundament angelegt vom selbständigen Maurer Philipp Rauch (1871-1919) mit seinem damaligen Nachbarn Leonhard Ehle.

 

 

 

Desweiteren wird berichtet, dass als Baumaterial dafür dieser Tuffstein aus der Gegend um Polling bei Weilheim herbeigeschafft wurde. Zwischen Walleshausen und Polling bestand damals eine ganz besondere Beziehung. Hatten doch die dortigen Pröbste vom Augustiner-Chorherrenstift noch im 18. Jahrhundert ihren Sommersitz im schlossartigen, mit reichem Stuck verzierten Pfarrhof in Walleshausen.

Gestiftet wurde diese Grotte zu Ehren der Gottesmutter von der Lehrerstochter Rosa Ziegler aus Walleshausen, die am 28. März 1905 im Alter von erst 30 Jahren verstarb. Sie dürfte also zu Lebzeiten die Errichtung dieser Grotte angeregt und einen Großteil  der erforderlichen Geldmittel gespendet haben. Es existiert noch ein Original-Sterbebild von ihr. Außerdem ist ihr Name auf der Rückseite eines schwarzen Grabsteins in der Nähe des Eingangs unserer sehr sehenswerten Pfarrkirche "Mariae Himmelfahrt" zu finden.

Das Eisengitter wurde gefertigt von Michael Rüll (1863-1933) und Sohn Josef (1900-1983).

Über den Bauhergang dieser Grotte liegen bemerkenswerterweise keinerlei Aufzeichnungen vor. Die Einweihung könnte entweder von Pfarrer Joseph August Sauter (wirkte 1898-1905 in Walleshausen) oder Pfarrer Peter Heinrich (1905-1913 in Walleshausen) vorgenommen worden sein.

Auf Veranlassung des hiesigen Frauenbundes konnte 2004 die Madonnenfigur eine Fachrestaurierung durch Kirchenmaler und Restaurator Albert Höpfl aus Geltendorf erfahren.

 

 

 

Seit nunmehr 100 Jahren kommen Marienverehrer und andächtige Beter in großer Zahl aus nah und fern mit besonderen Anliegen zu dieser Stätte.

Im Marienmonat Mai werden einige Maiandachten an der Grotte gefeiert und am 15.August, dem Tag "Mariae Himmelfahrt" gibt es eine Lichterprozession von der Pfarrkirche zur Lourdesgrotte.


Ave Maria,
gratia plena,
Dominus tecum, benedicta tu
in mulieribus,
et benedictus fructus ventris tui,

Jesus.
Sancta Maria, Mater Dei,
ora pro nobis peccatoribus
nunc et in hora mortis nostrae.

Amen!

 
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