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Der Dialekt
Geschrieben von: Thomas Widmann   
Die Karte zeigt schematisch und im Überblick eine Auswahl von Mundartgrenzlinien - in der Fachsprache Isoglossen genannt -, die den Lechrain durchziehen. Der Verlauf dieser Linien ist einem steten Wandel unterworfen: Wenn eine hochsprachliche Form die Dialektform irn gesamten Gebiet verdrängt, dann verschwinden Grenzen (z.B. "Affder rnejdda/lada" heißt heute Dienstag); andere Linien verlagern sich oft innerhalb einer Generation um mehrere Ortschaften, wie z.B. die Linie, die "Dag" von "Doog" (Tag) trennt. Sie ist vor 50 Jahren noch zwischen Schöngeising und Landsberied nördlich des Ammersees verlaufen, heute ist die "Doog"-Form schon bis nach Moorenweis (ca. 10 km weiter westlich gelegen) vorgedrungen. Deshalb kann die Karte naturgemäß keinen endgültigen und genauen Verlauf der Isoglossen liefern. Sie will vielmehr zeigen, wie der Übergang vom Schwäbischen zum Lechrainischen und von dort zum Mittelbairischen beschaffen ist, von denen eine jede ihre eigene Charakteristika zeigt und sich von ihren Nachbarregionen absetzt.

Als den Lechrain im engeren und eigentlichen Sinn könnte man am ehesten die Gegend bezeichnen, die im Westen von der Linie 5 und im Osten von der Linie 4 begrenzt wird. Die Linien 1, 1a und 3 zeigen den Erhalt des mittelhochdeutschen "h" in "lei hen", "ziehen", "Schuh". Während der Laut im Mittelbairischen und im Schwäbischen ausfällt (wie im Hochdeutschen), hat der Lechrain noch die alte Form "leicha", "ziacha", "Schuach".Linie 2 verdeutlicht den Übergang von westlichem "isch" zu östlichem (neuerem) "is" für das hochdeutsche "ist". Die Isoglossen 3a und 4 verdeutlichen den Unterschied in den Vokalqualitäten der Wörter "Baum" und "Tag". Linie 2a trennt die unterschiedliche Realisierung der Auslautsilbe in hochdt. "essen" und "haben". Während der Westen dafür einen dumpfen "a"-Laut besitzt, spricht man irn Osten "essn" und "horn" bzw. "ham ". Linie 5 scheidet das westliche "aich” vom östlichen "enk" (euch). Linie 6 schließlich ist eine alte Wortgrenze zwischen "Douschda" und "Bfinsda" (Donnerstag), die heute nicht mehr existiert.


Geographie des Lechrainischen


 
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